Welttag der Alphabetisierung: Ein Lernender macht Mut

Der Welttag der Alphabetisierung am 8. September soll daran erinnern, dass weltweit rund 781 Millionen Menschen Analphabeten sind. Auch in Deutschland kann jeder Siebte nicht richtig lesen und schreiben. Gerhard Prange war einer von ihnen. In seiner ganz persönlichen Erfolgsgeschichte erzählt er, wie er Mut fasste und zu lernen begann. 

„Ich kann jedem nur raten: Trau dich!“, sagt Gerhard Prange und lächelt dabei. Er hat sich von der Arbeitsagentur einen Grundbildungskurs vermitteln lassen und so als Erwachsener Lesen und Schreiben gelernt. „Es hat einen Riesenspaß gemacht und ich hatte tolle Erfolgserlebnisse.“ Für ihn hat sich die Mühe gelohnt, seit er U-Bahn-Schilder und Einkaufszettel selbst lesen kann. Gerhard Prange will anderen Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten Mut machen, sich weiterzubilden.

Weltweit gibt es am 8. September Aktionen rund um Alphabetisierung und Grundbildung. Der Gedenktag wurde von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) initiiert und fand 1966 zum ersten Mal statt. Seitdem hat sich eine Menge verändert: Durch Internet und Digitalisierung ist der weltweite Zugang zu Bildung und Informationen deutlich besser geworden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Schriftsprachkompetenz in Alltag und Beruf. Seit 1990 geht die Zahl der Analphabeten global zurück. Dennoch sind es weltweit immer noch rund 781 Millionen. Zwei Drittel von ihnen sind Mädchen und Frauen. Auch in Deutschland kann eine große Zahl Erwachsener im erwerbsfähigen Alter nicht richtig lesen und schreiben, nämlich 7,5 Millionen.

Aktionen und Bildungspreise

Mit dem Weltalphabetisierungstag wurde ein Anlass geschaffen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Am 8. September wird es deshalb in Deutschland wieder zahlreiche regionale Veranstaltungen geben, die sich mit der Lese- und Schreibkompetenz, mit Texten oder mit Büchern auseinandersetzen.

Informationskampagne „Besser lesen und schreiben“

Damit mehr Menschen Zugang zur geschriebenen Sprache finden, informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in seiner Kampagne „Besser lesen und schreiben“ über funktionalen Analphabetismus. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Chancen, die sich Erwachsenen bieten, wenn sie besser lesen und schreiben lernen. Ziel des Ministeriums ist es, die Zahl der funktionalen Analphabeten in den kommenden Jahren zu verringern.