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Pressemitteilungen

12. MÄRZ 2018 - LEIPZIGER BUCHMESSE: BILDUNGSMINISTERIUM LÄDT BESTSELLERAUTOREN ZUM GESPRÄCH MIT FUNKTIONALEN ANALPHABETEN

Auf der Leipziger Buchmesse sprechen die Bestsellerautoren Sebastian Fitzek, Sabine Ebert und Horst Eckert mit Erwachsenen, die nicht so gut lesen und schreiben können, über ihre persönlichen Bildungswege. Mit dieser und weiteren Veranstaltungen informiert das Bildungsministerium (BMBF) gemeinsam mit Ländern und Partnern auf der Leipziger Buchmesse über funktionalen Analphabetismus in Deutschland. Das Programm findet im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung (AlphaDekade) statt.

Berlin, 12. März 2018 – Wie ist es, als Erwachsener das erste Buch zu lesen? Wie kommen Menschen durch ihr Leben, die keinen Handyvertrag, keinen Kontoauszug, keine Behördenpost verstehen? Was müssen Politik, Bildung und Gesellschaft tun, damit funktionaler Analphabetismus reduziert wird?  Diesen und weiteren Fragen gehen Vertreterinnen und Vertreter der AlphaDekade auf der Leipziger Buchmesse 2018 nach. Ziel ist es, Sprachkünstler und Leseratten für die Realität einer ebenso großen wie versteckten Gruppe zu sensibilisieren: Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Die Leipziger Buchmesse ist für sie faktisch ein Buch mit sieben Siegeln.

Am Stand der AlphaDekade verknüpfen sich die Lebenswelten von Autoren, Experten und Erwachsenen mit niedrigen Schriftsprachkompetenzen. Gemeinsam informieren sie über die Angebote der Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland – und räumen auf mit Vorurteilen über funktionalen Analphabetismus. So sind laut leo. – Level-One Studie der Universität Hamburg (2011) rund 60 Prozent der Betroffenen deutsche Muttersprachler und berufstätig. Dies und mehr können die Besucherinnen und Besucher am Standort Halle 2, A309 bei folgenden Veranstaltungen erfahren.

Autorengespräche mit Sebastian Fitzek, Sabine Ebert und Horst Eckert
In der Gesprächsreihe „H wie Heimlich! Wie lebt es sich in einer Welt ohne Buchstaben?“ erzählen
Autoren und Menschen, die erst im Erwachsenenalter lesen und schreiben gelernt haben, gemeinsam aus ihren unterschiedlichen Lebenswelten.

Gespräch mit Horst Eckert: 16. März, 17 bis 17.30 Uhr
Gespräch mit Sabine Ebert: 17. März, 13.30 bis 14 Uhr
Gespräch mit Sebastian Fitzek: 17. März, 16 bis 16.30 Uhr

Expertengespräch mit Sachsens Kultusminister Christian Piwarz – 16. März, 14.30 bis 15.30 Uhr
Unter dem Titel „7,5 Millionen? Ich kenn‘ keinen! – Über die Alphabetisierung von Erwachsenen in Deutschland“ diskutiert die Leiterin der Netzwerkstelle Alphabetisierung in Sachsen-Anhalt,              

Dr. Reinhild Hugenroth, mit Experten und Entscheidern über Anspruch und Realität in der nachholenden Alphabetisierung und Grundbildung.

Porträt-Zeichnen mit Mangaka Inga Steinmetz – 17. März, 11 bis 13 Uhr
Zusammen mit der Manga-Zeichnerin Inga Steinmetz veröffentlicht das vom BMBF geförderte Projekt iCHANCE.de die Geschichte „Da fehlen Dir die Worte“. Das Manga wird kostenlos am Stand der AlphaDekade verteilt, solange der Vorrat reicht. Inga Steinmetz zeichnet außerdem Manga-Portraits der Besucher und signiert ihre Hefte.

P wie Poetry, A wie Analphabetismus
Die Poetry-Slammer von Livelyrix Leipzig treten mit Texten über funktionalen Analphabetismus am Stand der AlphaDekade auf. Termine sind:

15. März, 13 bis 13.30 Uhr
16. März, 14 bis 14.30 Uhr
17. März, 14 bis 14.30 Uhr
18. März, 13.30 bis 14 Uhr

Darüber hinaus sind Diskussionsrunden, Lesungen und eine Einführung in das arabische Alphabet geplant. Das vollständige Programm am Stand der AlphaDekade auf der Leipziger Buchmesse finden Sie auf www.alphadekade.de.

Über die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

Die Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung (AlphaDekade) ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und gesellschaftspolitischen Partnern. Ziel ist es, im Zeitraum von 2016 bis 2026 den funktionalen Analphabetismus bei Erwachsenen spürbar zu verringern und das Grundbildungsniveau zu erhöhen. Mehr Betroffene sollen für spezielle Bildungsangebote gewonnen und die Öffentlichkeit für das Thema stärker sensibilisiert werden. Mehr Informationen: www.alphadekade.de

Pressekontakt:

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Christine Rutke

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4. JANUAR 2018 - VOM ANALPHABETEN-KIND ZUM LITERATURNOBELPREISTRÄGER: ALPHADEKADE BEGLEITET JOACHIM KRÓL AUF THEATERTOURNEE ZU CAMUS’ LEBENSGESCHICHTE

Im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung begleitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit regionalen Dekade-Partnern die bundesweite Theatertournee „Der erste Mensch“. Die Inszenierung, gelesen von Schauspieler Joachim Król, beruht auf der Autobiografie des Schriftstellers Albert Camus, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Sohn einer Analphabetin aufwuchs.

Berlin, 4. Januar 2018 – Im Januar 2018 liest Joachim Król bundesweit in Theatern aus der unglaublichen Lebensgeschichte des französischen Literaturnobelpreisträgers Albert Camus,der als Sohn einer Analphabetin aufwuchs. Die Inszenierung von „Der erste Mensch“ stellt die besondere Beziehung Camus‘ zu seinem Lehrer Louis Germain in den Mittelpunkt, der das Talent des Jungen früh erkannte und gegen jegliche Widerstände förderte. So wurde aus Camus kein Gelegenheitsarbeiter, wie aus vielen Jungen seiner Generation, sondern einer der bedeutendsten Schriftsteller der Welt.

„Die Geschichte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus zeigt, was möglich ist, wenn wir uns für die Bildung unserer Mitmenschen einsetzen“, erklärt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Wir wollen eine breite Öffentlichkeit in die Lage versetzen, Anzeichen für Analphabetismus zu erkennen, Betroffene sensibel anzusprechen und auf Lernangebote hinzuweisen.“

Begleitend zu der Theatertournee informiert das BMBF gemeinsam mit regionale Dekade-Partnern Besucher/innen im Theaterfoyer über funktionalen Analphabetismus und stellt regionale Lernangebote vor.

Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland gelten als funktionale Analphabeten. Sie können zwar einfache Sätze lesen und schreiben. Zusammenhängende Texte wie Arbeitsanweisungen, Behördenpost oder Handyverträge erfassen sie jedoch nicht. Die Ursachen sind vielfältig: sie reichen von prekären sozialen Verhältnissen über fehlende Lese- und Schreibvorbilder, zu wenig individuelle Förderung in der Schule und gesundheitliche Faktoren bis zu hin stetig ansteigenden Anforderungen an Lese- und Schreibfähigkeiten z.B. in der digitalen Arbeitswelt.

Auch Joachim Król, der als Sohn eines polnischen Bergmanns im Ruhrgebiet aufwuchs, musste sich den Weg an die renommierte Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München erkämpfen. „Das ist mein Text“, stellte Król beim ersten Einlesen der Autobiografie fest.

Die AlphaDekade begleitet Joachim Król zu folgenden Theaterterminen:
05. Januar Braunschweig Staatstheater
08. Januar Hamburg Altonaer Theater
10. Januar Bremen Die Glocke
14. Januar Oldenburg Staatstheater
17. Januar Mannheim Nationaltheater
18. Januar Stuttgart Theaterhaus
20. Januar Dortmund Schauspielhaus
21. Januar Düsseldorf Robert-Schumann-Saal
25. Januar Wolfsburg Theater Wolfsburg
26. Januar Kiel Staatstheater
28. Januar Darmstadt Staatstheater
02. Februar Mainz SWR

Weitere Informationen zur AlphaDekade finden Sie unter alphadekade.de

Weitere Informationen zur Alphabetisierungskampagne: www.mein-schlüssel-zur-welt.de.

Infografiken

Wie viele Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten gibt es in Deutschland überhaupt? Was sind die Ursachen und Merkmale? Wir haben die wichtigsten Informationen in unseren Infografiken dargestellt.

7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben – Verteilung nach Geschlecht und Tätigkeitsbereichen

Infografik: Verteilung nach Geschlecht und Tätigkeitsbereichen

BMBF

7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben – Verteilung nach Alphalevel und Alter

Infografik: Verteilung nach Alphalevel und Alter

BMBF

Mehr als jeder siebte

7,5 Millionen Menschen oder 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung können in Deutschland nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben.

BMBF

Mehr Männer als Frauen

Über 60 % aller funktionalen Analphabeten sind Männer, rund 40 % sind Frauen.

BMBF

Mehr Alte als Junge

Infografik 3

BMBF

Mehr Bildungsferne als Bildungsnähe

Mehr als 50 % aller Betroffenen besitzt keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss.

BMBF

Mehr Erwerbstätige als Arbeitslose

60 % der Betroffenen gehen einem Beruf nach, arbeitslos sind knapp 17 %.

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Informationen für Unternehmen

Anteil von funktionalen Analphabeten in den einzelnen Berufsbranchen

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Merkmale

Infografik Merkmale

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Ursachen

Infografik Ursachen

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