In Eigenregie zur Autorin

Geschichten erzählen konnte Karin Ahmad Moering schon immer gut. Nur mit dem Vorlesen und Aufschreiben klappte es nicht so richtig – schon als Schülerin. Heute liest sie sogar vor Publikum aus ihrem selbst verfassten Buch. Die Geschichte einer beharrlichen Lernerin.

Bloß nicht auffallen

Karin Ahmad Moering

BMBF

Karin Ahmad Moering war in ihrer Kindheit wohl das, was man eine unauffällige Schülerin nennt: ruhig und zurückhaltend. Während Mitschülerinnen und Geschwister Bücher, Zeitschriften und Magazine für sich entdeckten, wurde sie als Legasthenikerin nicht ausreichend gefördert, sodass sie nicht richtig Lesen und Schreiben lernte. Nach der Schule arbeitete sie zunächst in einer Antennenfabrik in Berlin und kam bis auf wenige Ausnahmen ganz gut zurecht – bis auf wenige Ausnahmen.

Nie wieder schummeln

An einen Moment erinnert sich Karin Ahmad Moering allerdings besonders gut, denn dieser gab ihr den Anstoß, etwas in ihrem Leben zu ändern. Beim Beschriften eines neuen Retourenbuchs geriet sie in die Zwickmühle. Um sich nicht zu blamieren, schrieb sie in einer unordentlichen Schrift kaum lesbare Buchstaben darauf. Nach diesem Erlebnis stand für Karin Ahmad Moering fest: Solche Momente wollte sie in Zukunft nicht mehr erleben. Sie kaufte sich ein Buch und las einige Absätze. Danach schrieb sie die Absätze ab, um den Text zu verstehen. Auf diese Weise trainierte sie selbstständig Lesen und Schreiben.

Schritt für Schritt zur Autorin

Als sie auf ein Angebot des örtlichen Grundbildungszentrums aufmerksam wurde, meldete sie sich dort direkt an. Sie besuchte dort Alphabetisierungskurse und holte ihren Hauptschulabschluss nach. Schritt für Schritt begann sie ihre persönlichen Erfahrungen aufzuschreiben und sie so zu verarbeiten. Heute liest sie aus ihrem eigenen Buch „Im Labyrinth der Buchstaben – Ein Leben mit Legasthenie“ und erzählt damit ihre Geschichte, um anderen Mut zu machen.