Ansprechen

Der richtige Rahmen für ein Gespräch

Zwei Männer unterhalten sich.

Sie glauben, dass jemand aus Ihrem Umfeld Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat. Um zu erfahren, ob das stimmt, und um die Person unterstützen zu können, wollen Sie diese gerne ansprechen. Aber wie? 

Worauf soll ich achten?      

Für ein gelungenes Gespräch gibt es kein Patentrezept – denn jede und jeder fühlt und reagiert unterschiedlich. Die folgenden Hinweise können Orientierung und Sicherheit geben.

Die richtige Situation wählen

Viele Menschen schämen sich für ihre Einschränkungen beim Lesen und Schreiben. Ein Gespräch sollte deswegen nicht vor großem Publikum, sondern in Ruhe und in einer vertrauten Atmosphäre stattfinden.

Zeit nehmen

Nicht gut lesen und schreiben können – das kann ein Geheimnis sein, das Menschen über Jahre oder sogar Jahrzehnte mit sich herumtragen. Vielleicht sind Sie die erste Person, der sich Ihre Freundin, Ihr Verwandter oder Ihr Arbeitskollege anvertraut. Das ist ein großer Vertrauensbeweis. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für das Gespräch.

Aufklären

Wer Lese- und Schreibprobleme hat, fühlt sich in einer Welt voller Texte oft isoliert. Dabei sind in Deutschland 6,2 Millionen Erwachsene betroffen. Versichern Sie Ihrem Gegenüber also: Du bist nicht allein! Wichtig ist auch, auf die vielfältigen Ursachen für Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hinzuweisen – zum Beispiel schlechte Schulerfahrungen oder Probleme im Elternhaus. Denn wer nicht lesen und schreiben kann, sucht die Schuld dafür oft bei sich.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch hier auf dieser Website unter „Fragen und Antworten“ und „Zahlen und Fakten“.

Mut machen

Im Alter lernt es sich schlechter, heißt es. Es kostet auch viel Durchhaltevermögen. Möglich ist es aber allemal! Dafür gibt es viele Beispiele. Vermitteln Sie, dass es sich lohnt! Zum Beispiel, um ein persönliches Lebensziel zu erreichen oder leichter durch den Alltag zu kommen. Besser lesen und schreiben zu können eröffnet viele neue Wege: den Kindern vorlesen oder bei den Hausaufgaben helfen, Formulare und Verträge besser verstehen, bessere Chancen im Beruf. Und vor allem: mehr Zufriedenheit, Sicherheit und Spaß.

Vertraulich behandeln

Sich jemandem anzuvertrauen, ist für Menschen mit Problemen beim Lesen und Schreiben oft eine große Erleichterung. Das heißt aber nicht, dass sie oder er bereit ist, sich allen Menschen zu öffnen. Überlassen Sie es deshalb besser Ihrer Gesprächspartnerin oder Ihrem Gesprächspartner, diese Information zu teilen.

Gesprächsbereitschaft zeigen

Unerwartet auf die eigenen Lese- und Schreibprobleme angesprochen zu werden, kann stark verunsichern. Deshalb ist es möglich, dass das Gespräch nicht so gut verläuft wie erhofft und die betroffene Person ihre Schwierigkeiten abstreitet. Bleiben Sie verständnisvoll und bieten Sie der Person ihre Unterstützung an – auch zu einem späteren Zeitpunkt.