AlphaDekade-Konferenz 2018: Zugänge schaffen

Mit einem breiten Bündnis wollen Bund, Länder, Dekade-Partner sowie Vertreterinnen und Vertreter von Praxisprojekten, Bildungseinrichtungen, Forschung und Selbsthilfegruppen die Lese- und Schreibfähigkeiten Erwachsener mit funktionalen Analphabetismus in Deutschland verbessern. Bei der diesjährigen Fachkonferenz der AlphaDekade am 24./25. April in Hamburg diskutierten rund 200 Expertinnen und Experten darüber, wie die Zugänge zu funktionalen Analphabeten verbessert werden können.

AlphaDekade

BMBF/ Scherm

Wie lassen sich Erwachsene mit funktionalem Analphabetismus dazu motivieren, Lesen und Schreiben zu lernen? Welche Zugänge braucht es hierfür? Welche Herausforderungen und Chancen bietet der Einsatz digitaler Medien? Mit diesen und weiteren Fragen setzten sich die Expertinnen und Experten bei der Fachkonferenz der AlphaDekade auseinander. In Vorträgen, Fachforen und Tischgesprächen standen die Diskussion und Präsentation von Anforderungen, Lösungen und Beispiele guter Praxis im Mittelpunkt. Dabei zeichneten sich vier Trends ab:

Alphabetisierung und Grundbildung brauchen Anbindung an alltägliche Themen

Ob Gesundheitsvorsorge, schulische Unterstützung der eigenen Kinder oder Schuldnerberatung – ohne einen wichtigen Impuls oder ein Ziel fehlt oft die Motivation, im Erwachsenenalter besser lesen und schreiben zu lernen. An diese Bedürfnisse muss das System der Erwachsenenbildung anknüpfen. Lokale Netzwerke werden dabei immer wichtiger. Persönliche Ansprache und Vertrauen sind wichtige Voraussetzungen, um Zugang zu funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten zu finden.

Fachkräftemangel steigert Nachfrage nach arbeitsplatzorientierter Grundbildung

Knapp 60 Prozent der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten sind berufstätig. Die Aufgaben und Anforderungen in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt machen es notwendig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Auch viele Unternehmen erkennen die Chance, ihren Fachkräftebedarf durch die Investition in Grundbildungsangebote zu decken. Je genauer das Angebot auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten ist, desto eher können Unternehmen und funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten davon profitieren.

Lücken beim Einsatz digitaler Lehrmittel

Ein großer Teil funktionaler Analphabeten nutzt regelmäßig das Internet und ist offen für digitale Lernangebote. Bei Präsenzveranstaltungen jedoch kommen digitale Lehrmittel noch selten zum Einsatz. Das liegt zum einen an der sehr unterschiedlichen Ausstattung von Bildungseinrichtungen mit einer digitalen Infrastruktur. Zum anderen sind nicht alle Lehrkräfte hinreichend befähigt im Umgang mit der Technik oder sicher in Fragen des Datenschutzes. Notwendig sind daher Investitionen in Geräte und Anschlüsse sowie gezielte Weiterbildungsangebote für die Lehrkräfte.

Zuwanderung erfordert neue Lernkonzepte

Die Bedürfnisse geflüchteter Analphabetinnen und Analphabeten sind andere als die von deutschen Muttersprachlern mit Lese- und Schreibschwierigkeiten. Erfolgsversprechende Ansätze aus der Integration und der Alphabetisierung/Grundbildung sollten daher in engeren Zusammenhang gebracht und weiterentwickelt werden. Auch hierfür ist es notwendig, Lehrkräfte gezielt zu qualifizieren.

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