AlphaDekade

Mehr als 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sind sogenannte funktionale Analphabeten. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende Texte verstehen.

Gemeinsam für Alphabetisierung und Grundbildung

Zwischen 2016 und 2026 wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bis zu 180 Millionen Euro Alphabetisierungsprojekte fördern sowie Kurskonzepte und Selbstlernmöglichkeiten schaffen. Auf diese Weise sollen Betroffene mehr Angebote erhalten, die sie motivieren, lesen und schreiben zu lernen.

Gemeinsam mit den Aktivitäten der Länder und vieler weiterer Partner soll so in den nächsten zehn Jahren erreicht werden, dass mehr Menschen den Mut finden, auch in späteren Lebensphasen ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu verbessern. Die geförderten Programme und Projekte stehen ausdrücklich auch für Geflüchtete offen, um sie beim Deutschlernen zu unterstützen.

Bestehende Förderprogramme ausbauen, Synergien herstellen

Mit der AlphaDekade setzen Bund und Länder ein Zeichen. Bestehende Förderprogramme sollen ausgebaut und neue Lernkonzepte entwickelt werden. Ein Beispiel: das Förderprogramm „Lesestart“, das seit 2016 auch allen Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wird. Eine Lese- und Medienbox unterstützt die pädagogische Arbeit mit den Kindern. Auch beim Vermitteln von Vorlesepaten hilft das Förderprogramm weiter. Außerdem wurde eine App zum Deutschlernen entwickelt, mit der die Flüchtlinge relativ schnell eine grundlegende Sprechfähigkeit im Deutschen erreichen können.

„Unser Berufsleben und Alltag sind auf Schriftsprache aufgebaut. Wir können und dürfen nicht zulassen, dass Menschen ohne ausreichende Kompetenzen im Lesen und Schreiben in Deutschland abgehängt werden“, erklärte Bundesministerin Anja Karliczek anlässlich der diesjährigen AlphaDekade-Konferenz im April in Hamburg.

Hemmschwellen abbauen

Neben dem quantitativen Ausbau der Maßnahmen für Alphabetisierung und Grundbildung werden in den Ländern Konzepte zur qualitativen Stärkung der Angebote entwickelt und erprobt. Regionale Grundbildungszentren sollen betroffenen Menschen den ersten Schritt erleichtern. Geplant ist, in den Kommunen und Landkreisen weitere lokale Bündnispartner zu gewinnen und Netzwerke aufzubauen. Weitere gesellschaftliche Gruppen und Initiativen, die sich für Alphabetisierung engagieren, sollen hinzukommen.

Neue Anreize für Grundbildungsangebote in Unternehmen schaffen

Die Maßnahmen des Bundesbildungsministeriums gelten insbesondere arbeitsmarktnahen Themen und Zielgruppen. Als Teil der beruflichen Weiterbildung kann die Verbesserung von Grundbildung Betrieben helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Arbeitsprozesse zu optimieren. Wichtige Zugänge zu Betrieben stellen die Gewerkschaften und Bildungswerke der Wirtschaft her. In verschiedenen Transferprojekten werden arbeitsplatzorientierte Grundbildungsangebote bei Betrieben bekannt gemacht. Im Rahmen der AlphaDekade hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung außerdem die Informationskampagne „Besser lesen und schreiben“ auf den Weg gebracht. 

Weitere Informationen zur AlphaDekade finden Sie unter https://www.alphadekade.de/.