AlphaDekade

Mehr als 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sind sogenannte funktionale Analphabeten. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende Texte verstehen.

Gemeinsam für Alphabetisierung und Grundbildung

In den nächsten zehn Jahren soll sich die Anzahl der funktionalen Analphabeten deutlich verringern. Zu diesem Zweck haben die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth am Weltalphabetisierungstag 2015 die Dekade für Alphabetisierung ausgerufen.

Mit bis zu 180 Millionen Euro wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung Alphabetisierungsprojekte fördern sowie Kurskonzepte und Selbstlernmöglichkeiten schaffen. Auf diese Weise sollen Betroffene mehr Angebote erhalten, die sie motivieren, Lesen und Schreiben zu lernen.

„Gemeinsam mit den Ländern und vielen weiteren Partnern wollen wir in den nächsten zehn Jahren erreichen, dass mehr Menschen den Mut finden, auch in späteren Lebensphasen ihre Fähigkeiten im Lesen und Schreiben zu verbessern. Ich will dabei ausdrücklich hervorheben, dass die von uns geförderten Programme und Projekte für Flüchtlinge offen stehen, um sie beim Deutschlernen zu unterstützen.“ (Bundesbildungsministerin Johanna Wanka)

Bestehende Förderprogramme ausbauen

Mit der AlphaDekade setzen Bund und Länder ein Zeichen. Bestehende Förderprogramme sollen ausgebaut und neue Kurskonzepte entwickelt werden. Ein Beispiel: das Förderprogramm „Lesestart“, das seit 2016 auch allen Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt wird. Eine Lese- und Medienbox unterstützt die pädagogische Arbeit mit den Kindern. Auch beim Vermitteln von Vorlesepaten hilft das Förderprogramm weiter. Außerdem wurde eine App zum Deutschlernen entwickelt, mit der die Flüchtlinge relativ schnell eine grundlegende Sprechfähigkeit im Deutschen erreichen können.

„Mit der Dekade für Alphabetisierung setzen wir das Thema ganz oben auf die bildungspolitische Agenda. Gesellschaft, Unternehmen und Gewerkschaften sowie Bildungsinstitutionen und Medien sind dazu aufgerufen, ein Klima zu schaffen, das es den betroffenen Menschen leichter ermöglicht, ihre Lese- und Schreibkompetenzen zu verbessern und entsprechende Angebote wahrzunehmen“ (Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Staatsministerin Brunhild Kurth)

Hemmschwellen abbauen

Neben dem quantitativen Ausbau der Maßnahmen für Alphabetisierung und Grundbildung werden in den Ländern Konzepte zur qualitativen Stärkung der Angebote entwickelt und erprobt. Regionale Grundbildungszentren sollen betroffenen Menschen den ersten Schritt erleichtern. Geplant ist, in den Kommunen und Landkreisen weitere lokale Bündnispartner zu gewinnen und Netzwerke aufzubauen. Weitere gesellschaftliche Gruppen und Initiativen, die sich für Alphabetisierung engagieren, sollen hinzukommen.

Neue Anreize für Unternehmen schaffen

Die Maßnahmen des Bundesbildungsministeriums gelten insbesondere arbeitsmarktnahen Themen und Zielgruppen. Geplant ist, die Grundbildung in den Kontext von betrieblichen Weiterbildungsangeboten einzubauen. Eine wichtige Rolle spielen bei der Alphabetisierung auch die Gewerkschaften. Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund hat das Bundesbildungsministerium ein Konzept zum Einsatz von Lernberaterinnen und Lernberatern in den Betrieben entwickelt. Außerdem ist geplant, künftig jedes Jahr ein besonders engagiertes Unternehmen mit einem Preis auszuzeichnen. Das soll motivieren, die Alphabetisierung im eigenen Unternehmen anzugehen.

Im Rahmen der AlphaDekade hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung außerdem die Aufklärungs- und Informationskampagne „Nur Mut. Der nächste Schritt lohnt sich.“ auf den Weg gebracht.

Weitere Informationen zur AlphaDekade finden Sie unter https://www.alphadekade.de/.