Navigation und Service

Volltext zum Video: Keine Angst vorm Anamnesebogen

Und wenn Sie mit dem Patientenbogen fertig sind, geben Sie ihn gleich wieder bei mir am Empfang ab, ja? Was, wenn die hier was merken? Ach, wäre ich bloß zu Hause geblieben. Am besten ich hau ab.

Angst vor dem Patientenbogen? Das geht vielen Menschen so, denn Patientenbögen sind oft unnötig kompliziert. Hier kommen vier nützliche Tipps.

Tipp 1: Patientenbogen zuschicken lassen oder vorher abholen. Viele Hausarztpraxen schicken den Patientenbogen vorab per E-Mail oder per Post zu, wenn Sie freundlich danach fragen. Einfach ein paar Tage vor dem Termin anrufen oder gleich bei der Terminvereinbarung danach fragen. So können Sie den Patientenbogen in Ruhe ausfüllen und ihn entspannt zum Termin mitbringen. Manche Arztpraxen bieten diesen Service allerdings nicht an. Trotzdem gibt es eine Lösung. Holen Sie den Patientenbogen einfach einen Tag vor Ihrem Termin persönlich ab. Sie können zum Beispiel sagen, dass Sie zufällig in der Gegend sind und ihn bis zum Termin morgen in Ruhe ausfüllen möchten. Das klappt bestimmt.

Tipp 2: Die wichtigsten Felder einprägen. So ein Patientenbogen ist ziemlich unübersichtlich. Und jede Arztpraxis hat eine eigene Version. Trotzdem gibt es Felder, die fast immer vorkommen. Sich diese Bereiche einzuprägen, lohnt sich also. Persönliche Daten werden zum Beispiel meist als erstes gefragt. Hier müssen Sie Vor- und Nachnamen, Ihre Adresse und Ihr Geburtsdatum angeben. Manchmal auch die Telefonnummer für Rückrufe und den Beruf. In dem Bereich Vorerkrankungen geht es um Krankheiten, an denen Sie im Moment leiden. Manche Patienten haben zum Beispiel hohen Blutdruck, andere Probleme mit dem Blutzucker. Wenn Sie solche Krankheiten haben, dann kreuzen Sie diese in der Liste an. Meist gibt es auch noch ein freies Feld für Vorerkrankungen, die nicht auf der Liste vermerkt sind und oft wird man hier auch danach gefragt, ob man raucht oder regelmäßig Alkohol trinkt. Manchmal gibt es auch einen Bereich, in dem nach Allergien gefragt wird. Funktioniert ähnlich wie bei den Vorerkrankungen. Man kann Allergien in einer Liste ankreuzen oder auf einem freien Feld eintragen. Eine gute Nachricht haben wir. Sie müssen nämlich gar nicht alles ausfüllen. Wenn Sie unsicher sind, was in ein Feld gehört, dann lassen Sie das Feld leer und tragen Sie ein Fragezeichen ein. Sie brauchen also gar keinen Mut zur Lücke. Sie haben sogar das Recht zur Lücke. Sie könnten sogar das Ausfüllen des Patientenbogens ganz verweigern. Der Arzt oder die Ärztin hilft Ihnen gerne weiter.

Aber wenn Sie mit einem Patientenbogen voller Fragezeichen zum Erstgespräch kommen, was passiert dann?

Tipp 4: Patientengespräch: Der Arzt oder die Ärztin fragt beim ersten Kennenlernen ganz genau nach Ihrer Krankengeschichte. Das nennt man Erstanamnese. Viele Fragen, die auf dem Patientenbogen stehen, werden also noch einmal gestellt. Eine prima Gelegenheit, alle Fragezeichen auf Ihrem Patientenbogen anzusprechen. Ihr Erstgespräch wird so zu einer echten Teamarbeit, das Vertrauen schafft. Übrigens unterliegen alle Ärzte und Ärztinnen der ärztlichen Schweigepflicht. Das bedeutet, niemand darf etwas über ihre Probleme beim Lesen und Schreiben oder ihre Krankheiten verraten.

Fassen wir nochmal zusammen: Lassen Sie sich den Patientenbogen vorher zuschicken. Füllen Sie in Ruhe alles aus, was Ihnen leichtfällt. Tragen Sie beim Rest einfach Fragezeichen ein und besprechen Sie diese Stellen beim Erstgespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Und am allerbesten wäre es natürlich, wenn Sie das Lesen und Schreiben weiter üben. Zum Beispiel in einem kostenlosen Kurs. Wo Sie welche in Ihrer Nähe finden, kann Ihnen das ALFA-Telefon verraten: 0800 53 33 44 55.

Und wer weiß? Vielleicht wird die Angst vor dem Patientenbogen eines Tages Vergangenheit sein.

ALFA-Telefon

Viele Menschen haben Probleme mit dem Lesen und Schreiben. Keiner braucht sich dafür zu schämen. Das ALFA-Telefon hilft. Das ist kostenlos. Man braucht seinen Namen nicht zu nennen.

Whatsapp

0160 95 33 34 45

Sie erreichen uns von Montag bis Freitag von 8 - 16 Uhr.

Sie können uns auch eine E-Mail schreiben. Vor Fehlern müssen Sie keine Angst haben.

Wir antworten Ihnen innerhalb von 3 Tagen. Sie haben keine Antwort von uns bekommen? Sehen Sie bitte in Ihrem Spam-Filter nach.