Bundesministerium für Bildung und Forschung

Zahlen und Fakten

Die BMBF-geförderte leo.-Level-One Studie der Universität Hamburg hat aufgezeigt: In Deutschland leben fast zweimal mehr Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten als bislang angenommen.

Mehr als jeder Siebte

7,5 Millionen Menschen oder 14,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung können in Deutschland nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben. Bei weiteren 13 Millionen Menschen oder 25,9 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung tritt fehlerhaftes Schreiben selbst bei gebräuchlichen Wörtern auf.

Mehr Männer als Frauen

Die Verteilung nach Geschlechtern zeigt: Funktionaler Analphabetismus ist in Deutschland überwiegend männlich geprägt. Über 60 Prozent aller funktionalen Analphabeten sind Männer, rund 40 Prozent sind Frauen. Im globalen Maßstab ist es genau umgekehrt: Zwei Drittel der weltweiten Analphabetinnen und Analphabeten sind Frauen und Mädchen.

Mehr Ältere als Jüngere

Stand bisher die Ausbildungsreife jüngerer Analphabetinnen und Analphabeten im Fokus der Aufmerksamkeit, gilt es jetzt, neue Altersgruppen in den Blick zu nehmen. Etwa ein Drittel aller funktionalen Analphabeten ist derzeit zwischen 50 und 64 Jahren alt. Lediglich ein Fünftel gehört zur Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.

Mehr Bildungsferne als Bildungsnähe

Die Bildungsbiografie spielt beim funktionalen Analphabetismus eine große Rolle. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen besitzt keinen oder nur einen niedrigen Schulabschluss. Oft konnten schon die Eltern nicht richtig lesen und schreiben. Gleichwohl sind auch Personen mit höherer Bildung in der Gruppe der funktionalen Analphabeten signifikant vertreten.

Mehr Erwerbstätige als Arbeitslose

Erwerbstätigkeit ist unter funktionalen Analphabeten weit verbreitet. Gut 60 Prozent aller Betroffenen geht einem Beruf nach, arbeitslos sind knapp 17 Prozent. Der berufliche Status sagt also wenig über die Lese- und Schreibkompetenz eines Erwachsenen aus.

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Freitag, 1. Juli 2016 04:15