Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Den Erfolg von MENTO fortsetzen

Auf einer zweitägigen Konferenz in Berlin diskutierten mehr als 200 Teilnehmende über die Perspektiven der arbeitsplatzorientierter Grundbildungsarbeit.

Das DGB Bildungswerk fördert die Grundbildung von Beschäftigten in deutschen Betrieben. Seit sich der Deutsche Gewerkschaftsbund 2012 dem von der Bundesregierung initiierten Bündnis für Alphabetisierung angeschlossen hat, wurden innerhalb des Projekts MENTO mehr als 370 betriebliche Mentorinnen und Mentoren ausgebildet. Nach dem Beginn der Dekade für Alphabetisierung startete das Projekt in seine zweite Phase.

MENTO ist ein Projekt für Lernberatung und Lern-Monitoring und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund entwickelt. Kern ist die Ausbildung von Mentorinnen und Mentoren sowie Lernberatenden, die erwachsenen Lernerinnen und Lernern unterschiedliche Qualifizierungsmöglichkeiten aufzeigen und sie dabei unterstützen, Lernerfordernisse zu identifizieren. Bei der Konferenz, die am 22. und 23. Februar in der Kalkscheune Berlin stattfand, diskutierten mehr als 200 Teilnehmende aus ganz Deutschland über die Erfolge des Programms und über die Perspektiven arbeitsplatzorientierter Grundbildungsarbeit.

Lernerinnen und Lerner auf Augenhöhe ansprechen
Das Erfolgsgeheimnis von MENTO steckte bereits im Motto der Veranstaltung: „Wir bleiben auf Augenhöhe“. Denn die persönliche, respektvolle Beziehung zwischen den Lernpartnerinnen und -partnern sei entscheidend für den Erfolg, so Projektleiter Jens Nieth. Das habe sich bei dem mittlerweile bundesweit verankerten Projekt klar gezeigt.

Die gezielte Vernetzung als weiterer Erfolgsfaktor wurde von Anke Grotlüschen betont, die als Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg lehrt. Unter Verweis auf den von dem Psychologen Stanley Milgram geprägten Begriff „Small World Theory“ erörterte Grotlüschen die besondere Bedeutung persönlicher Vernetzung aus akademischer Sicht. Sie machte deutlich, wie Menschen mit Grundbildungsbedarfen am besten für betriebliche Weiterbildungen gewonnen werden könnten: Mitwissende würden mit Betroffenen besondersdann leichter in Kontakt kommen und auf Augenhöhe kommunizieren können, wenn sie derselben Sozialschicht, denselben Netzwerken, Stadtteilen, Freundeskreisen angehören oder ähnliche Orte wie zum Beispiel Sportplätze, Cafés, Kneipen, Gemeindehäuser, Kantinen, Schrebergärten oder Stadtteile aufsuchen. Deshalb plädierte sie nachdrücklich dafür, an Bekannte, Freunde und Verwandte von Betroffenen heranzutreten. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung sowie Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Prof. Dr. Anke Grotlüschen wurde der in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritt der Mentorenarbeit begrüßt. Die betriebliche Weiterbildung für Menschen mit Grundbildungsbedarfen soll im Rahmen der Dekade für Alphabetisierung auch in Zukunft weitergeführt werden.

Die Perspektive der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber
Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Partnerunternehmen des Programms schilderten in einer Podiumsdiskussion am zweiten Veranstaltungstag die Bedeutung arbeitsplatzorientierter Grundbildungsarbeit aus der Sicht von Arbeitgebern. Titel der Diskussion: „Türöffner – engagierte Unternehmen aus dem Projekt MENTO“. Die Repräsentantinnen und Repräsentanten u. a. der Deutschen Bahn, der Berliner Verkehrsbetriebe und von ThyssenKrupp waren sich einig: Mit engagierten Unternehmen, motivierten Mentorinnen und Mentoren sowie Kolleginnen und Kollegen, die im beruflichen Umfeld Grundbildungsbedarfe erkennen, kann es gelingen, Hürden im Arbeitsalltag gemeinsam zu überwinden.

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Die Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bestärkt Betroffene mit dem Motto „Nur Mut! Der nächste Schritt lohnt sich“ darin, ihre Kompetenzen zu entwickeln, und appelliert an ihr Umfeld, sie dabei zu unterstützen. Die Initiative ist Teil der Dekade für Alphabetisierung, einem gemeinsamen Projekt von Bundesregierung, Bundesländern weiteren gesellschaftlichen Partnern.

 

3. Randstad Qualifizierungsforum

Mitarbeiter mit Lese- und Schreibschwierigkeiten könnten, ähnlich wie Menschen mit Migrationshintergrund, durch Betriebsvereinbarungen geschützt und gefördert werden. Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kamen Bildungs- und Qualifizierungsexperten beim 3. Randstad Qualifizierungsforum am 9. November in Essen. Schwerpunkt der Veranstaltung war die arbeitsplatzbezogene Alphabetisierung. Konsens unter den Experten war die Ansicht, dass es sich auch bei funktionalen Analphabeten um motivierte und wertvolle Angestellte handelt.
Über 100 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Unternehmen und Institutionen verfolgten das Programm im SANAA-Gebäude des UNESCO-Welterbe Zollverein. Auch die Kampagne war vor Ort und präsentierte das Engagement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Betroffene wünschen sich mehr Zeit  
Auch Menschen mit schlechten Lese- und Schreibfähigkeiten haben nach Angaben von Prof. Dr. Anke Grotlüschen von der Universität Hamburg ein ausgeprägtes Interesse an Weiterbildung und Kursen. Die Expertin für Literalitätsforschung verwies dazu auf die Ergebnisse der PIACC-Studie (2013). Leider zeigt die Studie jedoch auch, dass Betroffene in ihren tatsächlichen Weiterbildungsanstrengungen deutlich hinter Menschen ohne Lese- und Schreibschwierigkeiten zurückliegen.

Als Anreiz geben viele Betroffene vor allem ihre berufliche Situation an. Gleichzeitig haben viele von ihnen das Gefühl, keine Zeit für Weiterbildung zu haben. Die Expertin sprach sich daher dafür aus, Strategien zu entwickeln, um Betroffene zu unterstützen und zu fördern. Enorm wichtig sind dabei die Nähe zum betrieblichen Alltag und die Vereinbarkeit damit. Grotlüschen machte auch klar, dass Menschen an vielen Stellen – in der Schule, der Ausbildung und dem Beruf – trotz mangelnder Kenntnisse „durchkommen“. Einen vielversprechenden Ansatz sieht sie deshalb in verpflichtenden Angeboten.

Bildung nach Maß hilft am besten
Für den Lernerfolg spielen vor allem maßgeschneiderte Grundbildungsmaßnahmen eine große Rolle, berichtete Dr. Sigrid Schöpper-Grabe, Senior Researcher im Kompetenzfeld Bildung, Zuwanderung und Innovation beim Institut der deutschen Wirtschaft (idw). Dazu gehört der fachliche Bezug zum Arbeitsfeld, aber auch die richtige Kursgestaltung, wie etwa die Beachtung von Schichtzeiten. Betriebe, die bereits Erfahrung damit gesammelt haben, berichten Positives: bessere innerbetriebliche Kommunikation, bessere Abläufe sowie positive Lernerfahrungen, mehr Selbstvertrauen und  besseres Verstehen von Arbeitsanweisungen auf Seiten der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

An der anschließenden Podiumsdiskussion beteiligten, sich neben Grotlüschen und Schöpper-Grabe auch Peter Trube, Betriebsrat und Kulturmittler bei ThyssenKrupp Steel Europe, und Dr. Christoph Kahlenberg, Manager Randstad Akademie Arbeitsmarktprojekte. Der Personaldienstleister Randstad beschäftigt nach eigenen Angaben viele Geringqualifizierte und setzt sich daher für das Thema Alphabetisierung ein. 

Professionalisierung von Pflegekräften – Konferenz am 3. und 4. September 2015 in Berlin

Wie können Erwachsene mit Lese- und Schreibschwierigkeiten für die Arbeit in Pflegeberufen fit gemacht werden? Darüber diskutieren Expertinnen und Experten der arbeitsplatzorientierten Grundbildungsarbeit am 3. und 4. September in der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Titel der Fachtagung: "Herausforderung Pflege – Wer soll? Wer darf? Wer macht´s?"  

Veranstalter sind das an der Humboldt-Universität angesiedelte Forschungsprojekt "INA-Pflege", ein Projekt für integrierte Angebote zur Alphabetisierung und Grundbildung im Pflegebereich, und das Projekt „KOMPASS Grundbildung und Pflege“, eine Qualifizierungsinitiative der Göttinger Volkshochschule, die funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten den Zugang zur Arbeit in der Pflegediensthilfe ermöglicht.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verbänden, Bildung und Wissenschaft soll bei der zweitägigen Veranstaltung in der Humboldt-Universität unter anderem über folgende Fragen diskutiert werden:

  • Welche Ausbildung braucht die Pflege?
  • Wie sieht der Pflegealltag wirklich aus?
  • Wie können wir Menschen mit Grundbildungsbedarf arbeitsplatzorientiert für die Pflege qualifizieren?
  • Wie wollen wir kultursensible Pflege zukünftig organisieren?
  • Wie erkennen wir Menschen mit geringen Grundbildungskenntnissen im beruflichen Umfeld?

Gefördert wird die Veranstaltung mit Vorträgen, Themenworkshops, Diskussionen und
Impro-Theater durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
 
Termin: 3. und 4. September 2015
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Campus Mitte

Unter folgendem Link erhalten alle Interessierten detaillierte Informationen zum Programm der Fachtagung. Eine Anmeldung ist ebenfalls möglich. Weitere Informationen zur Arbeit der beiden Konferenzveranstalter unter www.ina-pflege.hu-berlin.de  bzw. www.vhs-kompass.de .

Bei Fragen und Informationen zur Fachtagung wenden Sie sich bitte an:
Diana Stuckatz
Tel.: 030 2093416
E-Mail: diana.stuckatz@hu-berlin.de

„Kommunen in Brandenburg – gemeinsam für Grundbildung" – Fachtagung am 10. September 2015 in Potsdam

Im BMBF-geförderten Projekt „Alpha Kommunal" wurden unterschiedliche Aspekte der Grundbildungsarbeit vor Ort durch gezielte Zusammenarbeit von Volkshochschulen und Kommunen in bundesweit drei Modellregionen untersucht. Die brandenburgische Landeshauptstadt ist eine dieser Modellregionen. Anlässlich des bevorstehenden Projektabschlusses werden allen Interessierten die lokalen und regionalen Erfahrungen und Ergebnisse beim Aufbau einer kommunalen Grundbildungsstrategie für die märkische Landeshauptstadt präsentiert.

Die Fachtagung „Kommunen in Brandenburg – gemeinsam für Grundbildung“ findet
am 10. September 2015, von 13:00 bis 17:00 Uhr im Bildungsforum Potsdam,
Wissenschaftsetage (WIS), 4. Etage, Am Kanal 47, 14467 Potsdam, statt.

Unter folgendendem Link gibt es weitere Informationen zum Programm. Eine Anmeldung ist online bis zum 29. August 2015 möglich.

"CurVe-Dialog II" – Abschlusskonferenz zur finanziellen Grundbildung am 14. September 2015 in Bonn

Der Umgang mit Geld gehört in unserer Gesellschaft zum Alltag. Doch wie ist Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten eine lebensweltorientierte finanzielle Grundbildung zu vermitteln? Diese Frage steht im Mittelpunkt des BMBF-geförderten Projekts „Schuldnerberatung als Ausgangspunkt für Grundbildung – Curriculare Vernetzung und Übergänge – CurVe", ein Projekt des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. in Bonn.

Am 14. September 2015 findet zum Abschlusses des CurVe-Dialogs II eine Fachkonferenz in Bonn statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Anlässlich der Veranstaltung wird der CurVe-Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern von Schuldnerberatungsstellen und der Sozialen Arbeit sowie Grundbildungsexpertinnen -und experten sowie Akteuren der Erwachsenenbildung fortgeführt. Außerdem geht es um die Entwicklung und Erprobung von Strategien zur gezielten Ansprache von Betroffenen und die weitere Professionalisierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Das vielfältige Konferenzprogramm mit Podiumsdiskussionen, verschiedenen Arbeitsgruppen in einem World Café-Format thematisiert dabei aktuelle Herausforderungen und neue Lösungsansätze. Zudem wird im Rahmen der eintägigen Veranstaltung der Frage nachgegangen, unter welchen inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen neue didaktische Konzepte und Lernangebote für die Praxis entwickelt werden können.

Nähere Informationen zum Ablauf der Veranstaltung finden Sie unter diesem Link.

Weitere Informationen

Termin: 14. September 2015
Zeit: 9:30 bis 16:30 Uhr

Ort: Gustav Stresemann Institut e. V.
Langer Grabenweg 68
53175 Bonn

Ansprechpartnerin für Fragen zur Veranstaltung und dem Projekt CurVe:

Vanessa Thelen
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. (DIE)
Heinemannstr. 12–14, 53175 Bonn
thelen@die-bonn.de
0228 3294-151
www.die-curve.de

Finale im Filmkonzeptwettbewerb: bester Beitrag ausgezeichnet

Foto: Mike Auerbach: Finale des Filmwettbewerbs "Lesen & Schreiben - Mein Schlüssel zur Welt" © 2015,  v.l.n.r. Philip Töpfer; Stefan Müller, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF; Nico KreisWie fühlt es sich an, als Erwachsener richtig lesen und schreiben zu lernen? Welche Bilder beschreiben den Mut, sich auf den langen Weg in die Schriftsprache zu begeben? Mit dieser Frage haben sich die Filmstudenten Nico Kreis und Philip Töpfer von der Filmakademie Baden-Württemberg beschäftigt und haben einen – jetzt preisgekrönten – Ansatz gefunden.

Der Moment des Muts

Die prominent besetzte Jury war sich einig: Das Konzept „Finde Deinen Mut. Finde Deinen Schlüssel zur Welt“ überzeugt. Denn für viele Dinge im Leben brauche es Überwindungskraft. Und wer als erwachsener Mensch Zutrauen in die eigenen Kräfte fasst, sich überwindet, die eigenen Lese- und Schreibschwierigkeiten anzugehen, beweise erheblichen Mut. Und genau dafür hätten die Filmemacher die passenden Bilder gefunden. Da es im Wettbewerb aber auch darum gehe, breite Bevölkerungsschichten zu erreichen und für das Thema „funktionaler Analphabetismus“ zu sensibilisieren, sei es außerdem wichtig, dass Kreis und Töpfer mit authentischen Charakteren und einer stringenten Geschichte arbeiten würden.

Einstimmige Juryentscheidung

Die Jury des Filmkonzeptwettbewerbs setzte sich aus Vertreterinnern und Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Bildungs- und Qualifizierungsvereinen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Die Kriterien für die Juryentscheidung zielten auf die Kreativität der Wettbewerbseinreichungen, auf die Passgenauigkeit und Integrationsfähigkeit zur laufenden Kampagne, auf die Verständlichkeit und Prägnanz von Handlung und Botschaft sowie auf die Professionalität des Einreicherteams. Den Juryvorsitz übernahm Stefan Müller, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung.

26 Wettbewerbseinreichungen

Insgesamt hatten 26 Nachwuchsteams der Filmakademie Baden-Württemberg mit großem Engagement Ideen für den Spot entwickelt und in eine wettbewerbsfähige Form gebracht und eingereicht. Am Dienstag, dem 7. Juli 2015 fand in Berlin dann die entscheidende Ideenpräsentation der besten fünf Teams statt. Die Filmstudenten Nico Kreis und Philip Töpfer gingen aus dieser Präsentation als Sieger hervor. Ihre Wettbewerbseinreichung wird jetzt filmisch umgesetzt und im Rahmen der Kampagne „LESEN & SCHREIBEN – Mein Schlüssel zur Welt“ der Öffentlichkeit vorgestellt.   

Bonner Fachtagung zu kommunalen Grundbildungsstrategien

Potsdam, Kaiserslautern und Uelzen – drei Kommunen, ein Ziel: mehr Aufmerksamkeit für Alphabetisierung. Anlässlich der Fachtagung „Gemeinsam für Grundbildung. Wie machen wir Kommunen fit?“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Volkhochschulen, Selbsthilfeorganisationen und Kommunalverwaltungen die Projektergebnisse von „AlphaKommunal“. 

Lokale Bildungsanbieter oder Verwaltungsstellen von Städten und Gemeinden – für Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten sind das die ersten Anlaufstellen auf der Suche nach Unterstützung. Eine ganz besondere Bedeutung haben dabei die kommunalen Volkshochschulen. Sie sind nicht nur die wichtigsten Veranstalter von Alphabetisierungs- und Grundbildungskursen vor Ort, sie bemühen sich auch seit Jahren um eine stärkere regionale Vernetzung der Alphabetisierungsarbeit.

Neue Ratgeberbroschüre erschienen

So koordiniert der Deutsche Volkshochschul-Verband an drei Modellstandorten in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen die Kooperation von Volkshochschulen, Kommunen und weiteren Bildungsträgern. Das Ziel des BMBF-geförderten Projekts „AlphaKommunal“: Die Entwicklung kommunaler Strategien für die Grundbildungsarbeit. Im Rahmen der Bonner Fachtagung wurden Anfang Mai 2015 die Projektergebnisse einer breiten Fachöffentlichkeit vorgestellt. 

Woran erkenne ich funktionalen Analphabetismus? Wie spreche ich Betroffene an? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden, Jobcentern und kommunalen Unternehmen jetzt in der Handreichung: „Kommunale Grundbildungsplanung – Strategieentwicklung und Praxisbeispiele“. Eingerahmt wurde die Ergebnispräsentation von spannenden Vorträgen und Workshops. Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet waren eigens dazu angereist. 

Bedeutung der Erwachsenenbildung

Kai Sterzenbach, Geschäftsführer des Vereins Lernende Region – Netzwerk Köln 
e. V. nahm in seinem Vortrag etwa den Begriff der regionalen Bildungslandschaften kritisch unter die Lupe. Denn die pädagogische Praxis vernachlässige nach wie vor die Erwachsenenbild-ung. Neben schulischer Bildung komme ihr vielerorts nur eine Randposition zu, meint Sterzenbach. Dabei „vererbe“ sich funktionaler Analphabetismus in betroffenen Familien: „Wenn die Eltern nicht gefördert werden, schädigt dies die Chancen der Kinder“, so Sterzenbach weiter.

Grund genug für die Modellstandorte von „AlphaKommunal“, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Auch nach dem offiziellen Ende von „AlphaKommunal“ werden Fortbildungsangebote für kommunale Angestellte und die Vernetzung mit regionalen Partnern vorangetrieben. Damit möglichst viele Erwachsene ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse bald sagen können: „Endlich hab’ ich es gelernt“.

Auf der Website des Deutschen Volkshochschul-Verbands finden Sie eine Dokumentation der Fachtagung „Gemeinsam für Grundbildung. Wie machen wir Kommunen fit?“, inklusive Workshop-Zusammenfassung und Galerie mit Foto-Impressionen.

Die multimediale Ausstellung auf der Leipziger Buchmesse

Lektüre von Sachbüchern und Belletristik – für viele Menschen im Alltag immer noch „ein Buch mit sieben Siegeln“. Die multimediale Ausstellung „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ macht daher im März auf einem der großen deutschen Branchentreffs für Schriftsteller, Kulturjournalisten und Verlage Station, um im Dialog mit Lernenden, Autoren  und Verlagen auf die gesellschaftliche Bedeutung des funktionalen Analphabetismus aufmerksam zu machen.

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse werden vom 12. bis 15. März 2015 auf dem Stand des Bundesverbandes für Alphabetisierung und Grundbildung e. V. Multiplikatoren, Pädagogen und Entscheidungsträger für das Thema sensibilisiert. 

Was ist funktionaler Analphabetismus und warum haben so viele Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben? Wie gehen sie mit dem Problem um und welche Lösungswege gibt es? All diese Fragen greift die Kampagne „Lesen und Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in ihrer multimedialen Ausstellung auf der Leipziger Buchmesse auf. In der Glashalle des Messegeländes informieren fünf digitale Säulen über das Thema. 

Im Dialog mit Lernenden und Autoren

Die Ausstellung ist in ganz Deutschland unterwegs, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und Einblicke in das Leben mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu geben. Bei ihrem Stopp in der sächsischen Messemetropole führen ehemalige Betroffene als Experten durch die Ausstellung, beantworten Fragen der Messebesucher und sprechen über ihre Erfahrungen als erwachsene Lerner. Gemeinsam mit dem Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e. V. und der Koordinierungsstelle Alphabetisierung in Sachsen (koalpha) werden Wege aus dem Analphabetismus aufgezeigt. Zusätzlich finden täglich je um 12 Uhr offene Gespräche statt, in denen Lernende mit bekannten Autoren über das Thema Analphabetismus sprechen. Jeweils um 16 Uhr kommen Lesungen hinzu.

Die multimediale Ausstellung finden Sie während der Ausstellungstage auf dem Messestand des Bundesverbandes für Alphabetisierung und Grundbildung e. V. (Standort: Glashalle – Stand 06)

Einen Übersichtsplan mit der Hallenbelegung finden Sie unter diesem Link.

Veranstaltungsort:
Leipziger Messe
Glashalle, Stand 06
Messe-Allee 1
04356 Leipzig

Infotafel-Ausstellung macht Station im Detmolder Kreishaus

Die Infotafel-Ausstellung im Rahmen der  Kampagne „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ ist vom 22. Januar bis zum 12. Februar 2015 in Detmold zu sehen. 

Aufklärungsarbeit sowie die Bekanntmachung von Informationsangeboten zum Thema funktionaler Analphabetismus sollen auch im äußersten Nordosten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen weiter ausgebaut werden. „Wir können davon ausgehen, dass auch in Lippe mehr als 30.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren nicht richtig lesen und schreiben können. Mit der Ausstellung machen wir deutlich, dass es wichtig ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“, fasst Horst Tegeler, Leiter des Zentrums für Bildung, Medien, Beratung des Kreises Lippe, zusammen. „Wir müssen den Menschen in Lippe mit Problemen beim Lesen und Schreiben sensible Hilfestellung geben, um ihnen eine optimale Integration in Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen. Dies gilt für Unternehmen und Sportvereine genauso wie für Familie und den Freundeskreis“, ergänzt Friedel Heuwinkel, Landrat des Kreises Lippe. 

Netzwerke bilden, um Barrieren zu überwinden
Der Kreis ist neben vielen Volkshochschulen, Kommunen und Bildungsträgern dem landesweiten Alpha-Netzwerk NRW beigetreten. Ziel dieses Netzwerkes ist es, in Lippe ein regionales Bündnis zu initiieren und insbesondere die Wirtschaft als Partner zu gewinnen, um beispielsweise arbeitsplatzorientierte Grundbildung anbieten zu können. 

„Für den Frühsommer planen wir darüber hinaus mit der Unterstützung des Landesverbandes der Volkshochschulen eine Schulung für Multiplikatoren aus Verwaltung, Verbänden und Unternehmen. Hier geht es darum, Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu stärken, Menschen mit Defiziten im Grundbildungsbereich zu erkennen und diese dabei zu unterstützen, die geeigneten Qualifizierungsmöglichkeiten zu entdecken und zu nutzen“, so Horst Tegeler weiter.

In den Wochen nach dem 12. Februar wird „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“ auch an anderen Stellen in Lippe zu sehen sein. So wird die Ausstellung ab dem 16. Februar für voraussichtlich 14 Tage im Berufsinformationszentrum  der Agentur für Arbeit in Detmold (Wittekindstr. 2, 32758 Detmold) gezeigt werden. 

Adresse:
Kreishaus Lippe
Eingangsbereich des Medienzentrums
Felix-Fechenbach-Straße 5
32756 Detmold

Für Fragen rund um die Ausstellung im Detmolder Kreishaus steht Dr. Anja Mai unter Tel. 05231 62-362 zur Verfügung. 

Infotafel-Ausstellung bis zum 25. Januar 2015 in Gera

Die Infotafeln zur Kampagne „Lesen & Schreiben - Mein Schlüssel zur Welt“ sind vom 7. bis 25. Januar im Foyer der Stadt- und Regionalbibliothek im thüringischen Gera zu sehen. Die Stadt- und Regionalbibliothek will mit der Ausstellung ihren Beitrag dazu leisten, auf das Thema „Funktionaler Analphabetismus“ aufmerksam zu machen. 

Allein in Thüringen liegt die Zahl der Betroffenen geschätzt bei zirka 200.000 Personen. Auch aus der neuesten „PISA- für Erwachsene“ 2013, der sogenannten PIAAC-Studie („Programme für the International Assessment oft Adult Competencies“) der OECD geht hervor, dass 17,5 Prozent der Testpersonen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren maximal in der Lage sind, kurze Texte mit einfachen Vokabular zu lesen und zu verstehen. 

Die Infotafeln zur Kampagne „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“, wie sie noch bis zum 25. Januar in der Stadt- und Regionalbibliothek Gera zu sehen sind, bilden ein weiteres attraktives Format, mit dem Informationen rund um die Alphabetisierung durch ansprechende Infografiken und zahlreiche Statements von Lernenden und Experten aufbereitet wurden. 

Seit dem 1. Oktober 2012 beraten und informieren die Mitarbeiter des Projektes „NOthA - Netzwerk Ostthüringen für Alphabetisierung“ der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, Akademie Plauen/Außenstelle Gera über das Thema des „Funktionalen Analphabetismus“. Ein Schwerpunkt ist die Aufklärung und Sensibilisierung zu diesem Thema, z. B. durch kostenfreie Informationsworkshops. 

Die Erfahrungen zeigen, so Uwe Hupfer von NOthA, dass, bis auf einige wenige Ausnahmen, die breite Öffentlichkeit wenig bis gar keine Kenntnisse über diese Thematik besitzt. Zudem wissen nur sehr wenige zumindest ansatzweise etwas über die Ursachen des funktionalen Analphabetismus und wie den Lernenden geholfen werden kann. 

Mit der Infotafel-Ausstellung soll zusätzlich auf das in allen Teilen Thüringens verfügbare, häufig aber noch wenig bekannte Netz an volkshochschulbasierten Alphabetisierungskursen aufmerksam gemacht werden, die mehrheitlich kostenfrei angeboten werden.

Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist in der Bibliothek (Adresse: Puschkinplatz 7, 07545 Geramontags  zwischen 14 und 19 Uhr, dienstags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr zu sehen.

Kontakt
Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH
Akademie Plauen/ Außenstelle Gera
Fasaneninsel 1, 07548 Gera
Tel.: 0365 773353-15
Ansprechpartner: Andrè Meinhardt, Uwe Hupfer
E-Mail: info@faw-notha.de
Internet: www.faw-notha.de

Das Projekt ist Teil des Förderschwerpunktes „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“. Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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Dienstag, 30. Mai 2017 04:15