Bundesministerium für Bildung und Forschung

Fragen und Antworten

Was ist überhaupt funktionaler Analphabetismus? Wo finde ich Schreib- und Lesekurse? Und wer bezahlt das dann alles? Auf dieser Seite haben wir häufig gestellte Fragen und Antworten rund um das Lesen- und Schreibenlernen zusammengestellt. Die wichtigste Antwort schon einmal vorab: Es ist nie zu spät, lesen und schreiben zu lernen.

Was ist funktionaler Analphabetismus?

Ob eine Person als Analphabet gilt, hängt vor allem davon ab, welchen Grad an Schriftsprachbeherrschung die Gesellschaft erwartet, in der die Person lebt. In unserer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft mit ihren hohen Anforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache gelten Personen als funktionale Analphabeten, die zwar Buchstaben, Wörter, auch einzelne Sätze lesen und schreiben können, jedoch Mühe haben, einen längeren zusammenhängenden Text so zu verstehen, dass sie einen praktischen Nutzen davon haben.

Was bedeutet funktionaler Analphabetismus im Alltag?

Bedienungsanleitungen, Produktverpackungen, Beipackzettel – ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse wird der Alltag zu einer permanenten Herausforderung. Um zurechtzukommen, brauchen Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten viel Kraft und Kreativität. Oft werden ausgeklügelte Strategien entwickelt, damit das Problem in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, beim Einkaufen, beim Arztbesuch und sogar im Familien- und Freundeskreis nicht weiter auffällt.

Wo gibt es Kurse zum Lesen- und Schreibenlernen?

Wenn Sie wissen wollen, wer in ihrer Nähe Lese- und Schreibkurse anbietet, rufen Sie ganz einfach das ALFA-TELEFON an: 0800-53 33 44 55. Und das kostenlos aus allen Netzen. Oder Sie nutzen den Kursfinder des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung e. V.  – eine interaktive Deutschlandkarte mit den wichtigsten Kursangeboten vor Ort.

Wie lange dauert das Lesen- und Schreibenlernen als Erwachsener?

Wer zu Beginn seines Lese- und Schreibkurses einzelne Buchstaben kennt und vier Stunden pro Woche investiert, wird nach einigen Monaten schon viele Wörter lesen können. Wer bereits Wörter lesen kann, wird in der gleichen Zeit kleinere Texte lesen lernen. Und wer mit fortgeschrittenen Lese- und Schreibfertigkeiten startet, kann damit rechnen, sich innerhalb dieser Monate wichtige Rechtschreibregeln anzueignen und weniger Fehler zu machen.

Wird die Teilnahme an Alphabetisierungskursen gefördert?

Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur, die Bildungsprämie des Bundes – es gibt viele Varianten der finanziellen Förderung für Analphabetinnen und Analphabeten, die lesen und schreiben lernen wollen. Interessierte wenden sich am besten an die zuständige Arbeitsagentur oder – im Fall der Bildungsprämie – an eine der fast 600 Beratungsstellen in Deutschland. (Info-Telefon: 0800-26 23 000)

Wie viele funktionale Analphabetinnen und Analphabeten gibt es überhaupt?

Seit 2011 liegen gesicherte Zahlen zum funktionalen Analphabetismus in Deutschland vor. Zuvor hatte die Universität Hamburg die Lese- und Schreibkompetenz der erwachsenen Bevölkerung untersucht. Demnach sind 7,5 Millionen Erwachsene aufgrund ihrer begrenzten Lese- und Schreibfertigkeiten nicht in der Lage, am gesellschaftlichen Leben in angemessener Form teilzuhaben.

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Dienstag, 31. Mai 2016 04:25