Bundesministerium für Bildung und Forschung

„Ich habe einfach gefragt“

Falk Brandt auf der Leipziger Buchmesse 2016 |
© BMBF 2016

Viele Jahre lang kam Falk Brandt trotz seiner Schwächen beim Lesen und Schreiben gut im Alltag zurecht. Dann entschloss er sich, das als Kind Versäumte nachzuholen.

Lesen und Schreiben hat Falk Brandt als Kind nie richtig gelernt. Einfache Wörter konnte er zwar entziffern, längere Texte aber nicht. Er fand einen Ausbildungsplatz in der Landwirtschaft und lernte dort, wie man Tabakpflanzen fachgerecht anbaut und erfolgreich erntet – auch ohne die Erklärungen im Lehrbuch.

Als Falk Brandt seinen Arbeitsplatz verlor, musste er im Jobcenter Formulare ausfüllen. „Das fiel mir schwer“, erinnert er sich.
  

Zudem wurde ihm bewusst, dass Lese- und Schreibkundige wesentlich bessere Aussichten auf eine Weiterbildung oder einen neuen Job haben. „Da habe ich einfach bei der Arbeitsagentur nach Lese- und Schreibkursen gefragt.“

Vor rund zehn Jahren belegte er den ersten Grundbildungskurs. Bald nutzte er zuhause zusätzlich das Online-Angebot www.ich-will-lernen.de und konnte sich über stetige Lernfortschritte freuen. Heute gibt Falk Brandt seine Erfahrungen in einer regionalen Selbsthilfegruppe weiter, die er mitgegründet hat und deren Website www.alphateam-mtl.de er selbst betreut.

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Die Kampagne des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) will unter dem Motto „Nur Mut! Der nächste Schritt lohnt sich“ darin bestärken, Lese- und Schreibkompetenzen zu entwickeln. Die Kampagne motiviert zum nächsten Schritt in Richtung Alphabetisierung, indem sie funktionale Analphabeten über verschiedene Medien informiert, sie anhand praxisnaher Erfolgsgeschichten involviert und mit konkreten Hinweisen aktiviert. Ziel der Kampagne ist es, die Anzahl funktionaler Analphabeten nachhaltig zu reduzieren.

Die Initiative ist Teil der Dekade für Alphabetisierung, einem gemeinsamen Projekt von Bundesregierung, Bundesländern und zahlreichen gesellschaftlichen Partnern.

 

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Dienstag, 30. Mai 2017 04:15